Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik

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Ableismus

Ableismus ist ein sozialwissenschaftliches Konzept, dessen genaue Definition nach wie vor verhandelt wird. Der Begriff geht auf das englische „to be able“ (zu etwas in der Lage sein) zurück. Die Nachsilbe „-ismus“ weist auf den ideologischen Charakter des Konzepts hin. Im Allgemeinen beschreibt Ableismus ein Denksystem, durch das Menschen und deren Körper entlang von (sozialen) Normen kategorisiert, bewertet und ggf. als von der Norm abweichend markiert werden, woraus für die markierten Menschen eine Ungleichbehandlung gegenüber den nicht markierten Menschen entsteht.

Alternativtext

Ein Alternativtext erläutert Bilder, Grafiken und andere visuelle Darstellungen im Internet in Textform. Mit Hilfe des Alternativtextes können blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen Bilder und andere visuelle Darstellungen wahrnehmen.

Richtlinien für eine barrierefreie Internetseite wie die Web Content Accessibility Guidelines und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung schreiben die Verwendung von Alternativtexten vor.

Angemessene Vorkehrungen

Gemäß der Definition in Artikel 2 der UN-Behindertenrechtskonvention sind angemessene Vorkehrungen notwendige und geeignete Änderungen und Anpassungen, die keine unverhältnismäßige Belastung darstellen, um zu gewährleisten, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen alle Menschenrechte und Grundfreiheiten ausüben können. Eine angemessene Vorkehrung könnte eine Arbeitsassistenz für einen sehbehinderten Menschen sein, damit dieser die ausgedruckte Kommunikation bewältigen kann. Angemessene Vorkehrungen müssen solange gewährleistet werden, bis eine strukturelle Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen gegeben ist.

Attribut

Ein Attribut ist ein Merkmal eines Objekts. Es wird unter anderem dazu genutzt, Zustände von bestimmten Objekten zu beschreiben. Mathematisch lässt sich ein Attribut als Funktion auffassen, die jedem Objekt einer Klasse zu einem gegebenen Zeitpunkt einen Attributwert zuordnet. Ein Attributwert ist die Ausprägung eines Attributs. Beispiel: Die Farbe ist ein Attribut eines Gegenstandes und der Wert "blau" ist der Attributwert.

Audiodeskription

Als Audiodeskription wird der Vorgang bezeichnet, durch den versucht wird, Menschen mit eingeschränktem oder keinem Sehvermögen visuelle Inhalte besser verständlich zu machen. Dabei erklärt oder beschreibt eine sprechende Person die gezeigten Bilder, ohne dabei zu werten.

Ausgleichsfonds

Der Ausgleichsfonds ist eine sogenannte „Vermögensmasse“, also eine Geldsumme. Er speist sich aus einem Teil der Ausgleichsabgabe. Aus dem Ausgleichsfonds werden überregionale Vorhaben zur Förderung der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen finanziert. Außerdem wird das Geld aus dem Ausgleichsfonds für Einrichtungen und Maßnahmen verwendet, die dazu beitragen, dass schwerbehinderte Menschen am Arbeitsleben teilnehmen können. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verwaltet den Ausgleichsfonds.

Autismus/Spektrumsstörung

Autismus/Spektrumsstörung ist eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung. Es handelt sich dabei häufig um Störungen der Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung, die sich auf die Entwicklung der Kommunikation und des Verhaltensrepertoires und der sozialen Interaktion auswirken.

Schriftmittlung

Die Übertragung des gesprochenen Wortes ins Schriftliche bezeichnet man als Schriftmittlung. Viele höreingeschränkte Menschen sind darauf angewiesen, da sie lautsprachlich aufgewachsen sind und oft keine Gebärdensprache verstehen.

Schwerhörigkeit

Unter Schwerhörigkeit versteht man eine ausgeprägte Einschränkung des Hörvermögens. Sie reicht sie von einer geringfügigen bis zu einer sehr starken Beeinträchtigung. Bei vollständigem Hörverlust spricht man von Gehörlosigkeit.

Screenreader

Ein Screenreader ist eine Hilfsmitteltechnologie, mit der Text- und Bildinhalte als Sprach- oder Braille-Ausgabe dargestellt werden. Ein Screenreader unterscheidet sich von einer Vorlesefunktion auf Webseiten. Diese sind lokal in der Webseite eingebunden, während Screenreader auch auf dem Desktop und Betriebssystem funktionieren.

Seelische Behinderung

Eine seelische Behinderung bezeichnet eine dauerhafte Beeinträchtigung der gesellschaftlichen Teilhabe einer Person aufgrund von Symptomen einer psychischen Störung oder deren möglichen Folgen wie Arbeitslosigkeit oder Verlust von sozialen Kontakten. Anders als viele Körperbehinderungen sind psychische Behinderungen für Dritte oft nicht wahrnehmbar.

Sehbehinderung

Als Sehbehinderung bezeichnet man eine dauerhafte massive Einschränkung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit. Diese kann sowohl auf einem als auch auf zwei Augen auftreten. Auch Blendungsempfindlichkeit sowie Gesichtsfeldverlust können neben Sehschärfeverlust zu einer Sehbehinderung führen.

Software as a Service

Software as a Service (SaaS) ist ein Bereich des Cloud Computing und basiert auf dem Grundsatz, dass die Software und die IT-Infrastruktur bei einem externen IT-Dienstleister betrieben und vom Kunden als Dienstleistung genutzt werden. Für die Nutzung von Online-Diensten wird ein internetfähiger Computer sowie die Internetanbindung an den externen IT-Dienstleister benötigt. Daneben wird der Zugriff auf die Software über einen Browser erfasst.

Sprachbehinderung

Unter einer Sprachbehinderung versteht man eine Einschränkung des Sprachvermögens, welche durch physisch-motorische Schädigungen oder psychische Beeinträchtigungen hervorgerufen werden kann.

Stand der Technik

Unter dem Stand der Technik werden die technischen Möglichkeiten zusammengefasst, die zum aktuellen Zeitpunkt gewährleistet und etabliert sind und die sich ihrerseits auf wissenschaftliche und technische Erkenntnisse stützen.

Stand der Wissenschaft

Der Stand der Wissenschaft beschreibt die wissenschaftstheoretische und philosophische Zusammenfassung der jeweils gegenwärtigen Erkenntnisse einer Wissenschaft oder aller Wissenschaften.

Strukturelle Barrierefreiheit

Strukturelle Barrierefreiheit meint die Umsetzung von Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen. Menschen mit Behinderungen müssen mittels struktureller Barrierefreiheit in der Lage sein, gleichberechtigt mit Menschen ohne Behinderungen am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben. Dabei ist unter struktureller Barrierefreiheit zum einen ein interdisziplinärer Ansatz zu verstehen, der Barrierefreiheit über die Grenzen von einzelnen Bereichen hinweg umsetzt. So zum Beispiel im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), bei welchem eine Reise nur dann gelingt, wenn alle Informationen barrierefrei zur Verfügung stehen und die baulichen Anlagen und Fahrzeuge barrierefrei gestaltet sind. Zum Anderen beschreibt die strukturelle Barrierefreiheit einen prozessbegleitenden Ansatz. Strukturelle Barrierefreiheit muss vom Prozessbeginn an integrierter Bestandteil sein, beispielsweise in der Softwareentwicklung oder bei der Bebauungsplanung von Quartieren.